Wir sind eine Gruppe Jugendlicher die sich aufgrund mangelnder regionaler politischer Alternativen zusammen gefunden hat um abseits vom politischen Mainstream linksradikale Politik voranzutreiben . Wir arbeiten in erster Linie zu den Themen Faschismus , Nationalismus , Kapitalismus , Antisemitismus und Sexismus .

Hauptsächlich richtet sich unser Handeln gegen organisierte Nazistrukturen in der Region . Unsere Aktivitäten reichen von Vorträgen zu rechtem Lifestyle , über Recherche und Dokumentation rechtsextremer Aktivitäten bis hin zu eigener Organisation von Demonstrationen und Kundgebungen zu den verschiedensten Themen .
Jedoch sollte spätestens seit der Sommerlochdebatte 2000 jeder/m klar sein, dass Antifapolitik nicht mehr per se links ist, erst recht nicht linksradikal. Seitdem „Nazis “ offiziell zum „Standortproblem“ Deutschlands erklärt worden sind – und genau aus diesem Grund auch aus der „neuen“ deutschen Volksgemeinschaft ausgeschlossen wurden – gibt sich der Staat einen vermeintlich antifaschistischen Anstrich .
Auch gerade deshalb muss der Staat und das kapitalistische System Ziel radikaler Kritik sein . Von entscheidender Bedeutung ist , dass die formulierte Kritik nicht vor die bestehenden Verhältnisse zurückfällt , sondern vielmehr über diese hinausgeht .
Dabei ist für uns radikale Politik keine zeitraubende Beschäftigung neben anderen Sachen , sondern die Basis der Lebensentfaltung – der Kampf eben nicht wehrloses Opfer zu sein. Dies bedeutet, sich mit der Welt ,in der wir leben, zu beschäftigen, um einzugreifen und zu verändern – sich so die Welt ein Stück weit eigen zu machen. Die Alternative dazu wäre, sich weiter von der Politik anderer treiben zu lassen – und sei es nur auf der Arbeit oder in sozialen Beziehungen.
Unsere Arbeit setzt sich gleichmäßig aus Theorie und Praxis zusammen . Wir denken dass ohne eine fundierte Kritik an den Verhältnissen ein Agieren gegen jene zu einer Farce verkommt . Jedoch die Frage ob es ein Fehler ist Praxis auf den Tag zu verschieben, an dem die Theorie ausgereift zu sein scheint, ist bekanntlich schon der Fehler selbst .

Da neue Generationen immer das Grundelement für das Weiterleben der linksradikalen Strömung sind , erschien es uns als logische Maßnahme hierfür eine überregional agierende Jugendantifa zu gründen . Gerade in ländlicheren Regionen gibt es oft viele Einzelpersonen, die gerne antifaschistische Arbeit machen würden, denen es aber aufgrund von Zeit oder Wohnort nicht möglich ist in eine bestehende regionale Antifa-Struktur einzusteigen bzw. selbst eine Gruppe aufzubauen .
Deshalb ist ein Teil unserer kontinuierlichen Arbeit ein offenes Antifaplenum , das in regelmäßigen Abständen stattfindet . Dieses Plenum soll Antifaschisten und Antifaschistinnen einen Raum geben, in dem sie , ein Stück weit unverbindlich , gemeinsam diskutieren, sich austauschen können und um die eigene Arbeit vor Ort besser koordinieren zu können .

Wir sind uns im Klaren, dass es zu einer befreiten und emanzipierten Gesellschaft noch ein langer Weg ist und diese Utopie auch noch einige Zeit auf sich warten lassen wird , dennoch sind aktive Antifa-Strukturen ein elementarer Bestandteil auf dem Weg dorthin.

“ …Und doch bleibt festzuhalten: Der Kapitalismus ist ein gesellschaftliches Verhältnis – von
Menschen hervorgebracht – und als solches auch von den Menschen überwindbar. “ ( Ums Ganze Bündnis 2007 )

// Jugendantifa Saar
( 6. Juni 2008 )